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Mapei-Triumph bei Lüttich- Bastogne- Lüttich
Paolo Bettini gewinnt erneut die "Doyenne"
Italiener dominieren in Ardennen / Kessler Sechster / Klöden mit früher Flucht


Foto: Roth

21.04.02 (rsn/dpa) - Der Italiener Paolo Bettini (Mapei) gewann am Sonntag zum zweiten Mal in seiner Karriere den Klassiker Lüttich- Bastogne - Lüttich. Zehn Kilometer vor dem Ende des "Monuments" über 258km hatte sich der kleine Toskaner mit seinem Teamkollegen Stefano Garzelli abgesetzt aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe. Auf Platz drei hinter dem Mapei-Doppel kam mit rund zehn Sekunden Rückstand Ivan Basso (Fassa Bortolo), der damit einen totalen italienischen Triumph im Lütticher Vorort Ans perfekt machte.

Mirko Celestino (Saeco) und Massimo Codol (Lampre) unterstrichen auf den Plätzen vier und fünf die Dominanz der Italiener, die in Lüttich seit Jahrzehnten eine starke Einwanderer-Kolonie bilden.

Bester Nicht-Italiener in Ans wurde der 22-jährige Nürnberger Matthias Kessler (Telekom), der beim letzten Giro d'Italia seine Klasse bereits angedeutet hatte. Der Franke belegte den sechsten Rang bei dem Klassiker, den als letzter Deutscher 1979 Dietrich Thurau gewonnen hatte. "Matthias fuhr ein Super-Rennen", freute sich Telekom-Teamchef Rudy Pevenage, der es so verschmerzen konnte, dass der mit großen Hoffnungen gestartete kasachische Paris-Nizza-Sieger Alexander Vinokourov in der entscheidenden Phase den Anschluss verpasst hatte und am Ende Zehnter wurde hinter Topfavorit Francesco Casagrande (Fassa Bortolo) und Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin. ONCE-Profi Jörg Jaksche, Franke wie Kessler, zeigte erneut, dass die Ardennen sein Terrain sind und kam als 24. noch in die Weltcup-Punkte.

"Dies ist mein Rennen", sagte Bettini nach seinem zweiten Triumph bei der "Doyenne", dem ältesten der Klassiker. "Stefano (Garzelli) war an den Anstiegen der Stärkste. Wir sind bis 300 Meter vor Schluss zusammen voll gefahren. Am Ende sind wir gesprintet, es kann ja leider nur einer gewinnen. Aber mein Sieg gehört dem ganzen Team. Beim Giro wird Garzelli unser alleiniger Kapitän sein", sagte Bettini.


Foto: Roth

Paolo Bettini

Geb. 1.April 1974 in Cecina (Toskana); 1,69 m/58 kg

Profi seit 1997
Teams: MG (1997), Asics (1998), Mapei (seit 1999)

Größte Erfolge: Lüttich -Bastogne - Lüttich 2000 und 2002, Meisterschaft von Zürich 2001, Coppa Placci 2001. Etappensieg Tour de France 2000 (Dax), Lucques- Rundfahrt 1999 (+ 1 Etappe), Semana internazionale 2000 (+ 2 Et), Mémorial Cecchi-Gori (+ 2 Et.) Giro Riviera ligure 2002 (+ 2 Et), Etappensieger Tour de Romandie 1998, Etappensieger Tirreno- Adriatico 1999, Etappensieger Galizien- Rundfahrt 1999, Etappensieger Mémorial Cecchi-Gori 1999, Etappensieger Mallorca- Challenge 2000, Etappensieger Malaysia- Rundfahrt 2001, Etappensieger Tirreno- Adriatico 2002

Ivan Basso zeigte mit seinem dritten Rang, das er mitnichten Italiens "ewiges Talent" zu bleiben gedenkt: "Ich hatte an der Côte de Saint-Nicolas ein bißchen Probleme, aber ich bin ein gutes Rennen gefahren. Ich hoffe, ich kann bei den nächsten Klassikern einmal ganz vorne landen", sagte der 24-jährige Fassa Bortolo-Profi.

Andreas Klöden, der in dieser Saison noch nicht viel gezeigt hat, spielte lange Zeit mit dem Franzosen Fabrice Salanson die Hauptrolle im Rennen, das bei sonnigem Frühlingswetter stattfand. Nachdem der Franzose gleich nach dem Start erfolgreich attackiert hatte, setzte sich Klöden auf seine Fersen. Nach 82 Kilometer hatten die beiden einen Vorsprung von 22 Minuten, der im Laufe des Rennens über zehn giftige Anstiege allerdings schmolz.
88 Kilometer vor dem Ziel, nach einer Alleinfahrt von über 170 km fuhren die mutigen Ausreißer noch 8:48 Minuten vor dem Feld. Dann offenbarte Klöden Schwächen und fiel zurück. Der 22-jährige Salanson wurde 33 km vor dem Ziel an der Cote de la Redoute von einer 13- köpfigen Verfolgergruppe gestellt, in der auch Telekom-Routinier Udo Bölts (Heltersberg) fuhr. Jetzt begann die heiße Phase des Rennens.

Fotos: Roth

Die vorentscheidende Attacke setzte Garzelli an der Côte de Vecquée 52km vor dem Ziel. An der Redoute schmolz die 13er-Gruppe weiter. Die entscheidende Selektion erfolgte - passend - an der Côte de Saint-Nicolas, im italienischen Viertel von Lüttich sechs Kilometer vor dem Ende als Garzelli antrat und nur Bettini zu folgen vermochte. Bis ins Ziel lösten die beiden Mapei-Profis sich ab beim Tempomachen und kamen nicht mehr in Gefahr, von den Verfolgern eingeholt zu werden. Für Mapei, geschlagen bei Paris-Roubaix
vor einer Woche, war es der zweite Klassiker-Triumph, nachdem der ebenfalls aus der Toskana stammende Andrea Tafi bereits die Flandern-Rundfahrt gewann.

Im Gesamtweltcup bleibt Roubaix-Sieger Johan Museeuw vorn, obgleich er am Sonntag vorzeitig ausstieg. "Lüttich wollte ich eigentlich nicht fahren, das liegt mir ja nun gar nicht. Aber mit dem Weltcup-Trikot muss man antreten. An der Côte de Stockeu bin ich ausgestiegen, ich bin noch immer völlig leer von Roubaix", sagte Museeuw, der in der kommenden Woche den Scheldepreis fahren wird als Vorbereitung auf das Amstel Gold Race am Sonntag, bei dem auch Erik Zabel (Telekom), der in den Ardennen fehlte, wieder in den Weltcup eingreifen will.


Foto: Roth

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Lüttich- Bastogne- Lüttich: Ergebnisse, Weltcup-Stand

Übersicht: Lüttich-Bastogne-Lüttich




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