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Servais Knaven gewinnt Paris-Roubaix
Patrick Lefevere bringt Domo das Erfolgsrezept mit
Starker Wesemann fährt auf Platz 7 / Gaumont: Beinbruch bei Sturz in Arenberg
Fotos: Roth
15.04.01 (rsn) - Patrick Lefevere
war der Sportliche Leiter, der Mapei in
den vergangenen Jahren zum absolut dominanten Rennstall machte bei Paris-Roubaix.
Seit dieser Saison ist der Belgier Chef von "Domo-Farm frites" und
prompt dominierte am Ostersonntag bei der 99. Ausgabe der "Königin der Klassiker"
auch nicht mehr Mapei, sondern Domo:
Servais Knaven krönte die starke Leistung
seines Teams und gewann nach
mehr als siebenstündiger "Drecksarbeit"
bei einem der schwersten Paris-Roubaix seit 1993.
Finale in Überzahl zu sein und nach Möglichkeit
nie der Konkurrenz die Initiative zu überlassen.
Von dieser Vorgabe ließ sich Domo
auch durch äußerst widrige Wetterbedingungen, die
das Rennen zur Schlammschlacht machten, nicht abbringen.
Die Lefevere-Truppe konnte mit
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dem 35 Jahre alten Vorjahressieger
Johan Museeuw, dem 36 Jahre alten Wilfried Peeters
und mit Weltmeister Romans Vainsteins
drei Mitfavoriten aufbieten.
"Vier!", korrigierte Lefevere am Donnerstag
bei einem Pressegespräch und nannte auch Max Van Heeswijk
als potenziellen Sieger. Am Ende war es
ein Fünfter, Servais Knaven,
der den Sieg davontrug. Auf die Plätze
kamen Museeuw und Romans Vainsteins.
Ein Dreifach-Triumph einer Mannschaft! Das
hatte es auch 1996 (Museeuw, Bortolami, Tafi),
1998 (Ballerini, Tafi, Peeters)
und 1999 (Tafi, Peeters, Steels)
gegeben, als
Mapei jedes Mal das Podium
eroberte. Sportlicher Leiter war - wer sonst? -
Patrick Lefevere.
Nicht die Initiative aus der Hand geben.
Punkt
eins des erprobten Erfolgsrezeptes setzte Wilfried Peeters
um. Der Veteran, der seine letzte Saison fährt,
hatte knapp 90km vor Schluss eine Solo-Flucht
begonnen und war aus einer 16-köpfigen
Spitzengruppe weggefahren. Diese prominent
besetzte Gruppe mit Vainsteins, Museeuw sowie auch Wesemann und dem Berliner Jens Voigt
(Credit Agricole) hatte sich bereits 100 km nach dem verregneten Start im eiskalten
Compiegne, 60 km nördlich von Paris, auf und davon gemacht. In der
ersten Verfolgergruppe fuhr Erik Zabel an der Seite Andrej Tchmils.
Doch in der entscheidenden Phase spielten sie keine Rolle mehr.
Im berüchtigten Wald von Arenberg stürzte Philippe Gaumont
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Wesemann im Pech
Telekom-Profi Steffen Wesemann hatte Pech am Sonntag, nachdem
sein linker Rennschuh kaputtging.
"Da war bei mir dann nicht mehr drin, und mit dem Schuh konnte ich auch
nicht zum Schluss um einen besseren Platz sprinten. Die Sohle war
abgeschliffen. Wir hatten unterwegs mein Rad und dann die Pedale
gewechselt. Aber es nützte nichts. Ein Schuh-Wechsel hätte zu lange
gedauert. Schade, ich hatte mir so viel vorgenommen und war top
drauf", so Wesemann.
Dierckxsens: "Ich war allein gegen alle"
Der Belgier Ludo Dieckxens (Lampre-Daikin)
war der wohl fleißigste am Sonntag.
Doch er stand auf verlorenem Posten gegen die Domo-Übermacht:
"Ich habe versucht, die Gruppe an Peeters heranzuführen, aber
ich war allein gegen alle. Und Peeters hat hervorragend
gearbeitet. Und dann war da ja auch noch Domo,
das alle Konter im Keim erstickt hat", so
der 35-Jährige Flame.
Hincapie: Gegen Domo nichts zu machen
George Hincapie, am Mittwoch Sieger
bei gent Wevelgem, kam
am Sonntag in Roubaix wie bereits 1999 auf den
vierten rang. "Was willst du machen gegen Domo?",
so der Amerikaner mit kolumbianischen Wurzeln.
"Jedesmal wenn ich was versucht habe, hatte ich einen
von ihnen am Hinterrad. Aner ich bin überzeugter denn je,
dass ich hier gewinnen kann."
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schwer, und
Wesemann hatte Mühe, sich an dem am Boden liegenden Franzosen vorbei
zu schlängeln. Gaumont, Gent - Wevelgem-Sieger von 1997
und derzeit praktisch der einzige Franzose mit Chancen in
der "Hölle" Nordfrankreichs, wurde mit einem gebrochenen Unterschenkel ins
Krankenhaus von Valenciennes gebracht.
In Überzahl sein.
Auch den zweiten Punkt
von Lefeveres taktischer Vorgabe erfüllte Domo perfekt.
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Im Finish kämpfte vorne Peeters sich
einsam über schlammige
und rutschige Kopfsteinpflaster
und war ebenso wie alle Rennteilnehmer
von Kopf bis Fuß so schlammverschmiert,
dass er kaum noch als menschliches Wesen zu erkennen war.
Währenddessen fuhren hinter ihm
Vainsteins, Knaven und Museeuw
in zahlenmäßiger Überlegenheit gegenüber
den auf sich allein gestellten Ludo Dierckxsens
(Lampre), George Hincapie (US Postal)
oder Steffen Wesemann (Telekom).
Peeters wurde schließlich am Ende
des letzten pavé-Stücks 14km
vor dem Ziel eingeholt. Dann schlug die Stunde
von Knaven.
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Fotos: Roth
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"Es ist unglaublich, was mir heute passiert ist",
sagte Servais Knaven fassungslos.
Der 30 Jahre alte Holländer feierte den größten Triumph
seiner Profi-Karriere, die er 1993 begann.
1995 war Knaven Holländischer Meister
und im letzten Jahr war er - im Trikot von Farm frites -
Zwölfter in Roubaix.
Im Weltcup setzte sich nach dem dritten Rennen
Romans Vainsteins an die Spitze und
führt die Gesamtwertung nun an mit fünf Punkten vor
Flandern-Rundfahrtsieger Gianluca Bortolami
und 15 Punkten vor seinem Teamkollegen
Knaven. Am kommenden Sonntag bei Lüttich-Bastogne- Lüttich wird
Vainsteins sein Weltmeistertrikot
mit dem weißen UCI-Weltcup-Trikot eintauschen.
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Ergenisse: 99. Paris-Roubaix
Übersicht: Paris-Roubaix
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