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101.Paris-Roubaix
Peter Van Petegem mit erstem Double seit 1977
Vorentscheidung im Weltcup / Schlappe für Quick Step / Aldag: Bier ins Gesicht


Foto: Roth

13.04.03 (rsn) - Der Flame Peter van Petegem (Lotto) hat eine Woche nach seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt am Sonntag auch beim "Monument" Paris-Roubaix triumphiert. Der 33-Jährige, der zum ersten Mal den Klassiker gewann, setzte sich nach 261km im Velodrom von Roubaix im Sprint durch vor seinen beiden Mitausreißern, dem Italiener Dario Pieri (Saeco) und dem Russen Vjatceslav Ekimov (US Postal).

Die 101. Ausgabe von Paris-Roubaix, bei sonnigem Wetter diesmal eine staubige Angelegenheit, war geprägt von der Schlappe des Quick Step-Teams von Patrick Lefevere, das mit starken
101.Paris-Roubaix
  • Die schönsten Bilder vom Rennen
  • Interview mit Peter van Petegem
  • Der Film des Rennens
  • Lefevere: "Auch das kann passieren"
  • Weltcup: Van Petegem mit Vorentscheidung?
  • Ergebnisse, Palmares, Weltcup-Stand
  • Hintergrund: Die 26 pavé-Sektoren
  • Hintergrund: "Stoßdämpfer sind die Fahrer"
    Paris-Roubaix: Übersicht
  • Männern wie dem Vorjahressieger Johan Museeuw, dem Vorjahresdritten Tom Boonen und dem wiedererstarkten Frank Vandenbroucke (Siebter 1999) als das Team der Favoriten galt. Vandenbroucke schied zur ersten Verpflegungskontrolle bereits aus, nachdem er sich bei KM 85 bei einem Massensturz am Bein verletzte. Der letztjährige Überraschungs-Dritte Boonen hatte auf den letzten Kilometern Krämpfe und musste mit Platz 24 vorliebnehmen und der dreifache Roubaix-Sieger Johan Museeuw verlor nach einem Reifendefekt am Ende auch sämtliche verbliebenen theoretischen Chancen.
    "Das kann eben auch passieren. Verlieren ist einfacher als gewinnen", sagte Quick Step-Teamchef Patrick Lefevere.

    Am letzten schweren Kopfsteinpflaster-Sektor, dem carrefour de l'Arbre 15km vor dem Ziel, hatte Van Petegem aufgeschlossen zu Ekimov und Pieri, die zuvor die Initiative ergriffen hatten. Der Belgier holte als erster Rennfahrer seit 1977 das "Double" mit Siegen bei Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Damals hatte Roubaix-Rekordsieger Roger De Vlaeminck das Kunststück geschafft. Van Petegem ist erst der achte Rennfahrer in der Radsportgeschichte, dem das Double gelang.

    "Ich hatte heute überhaupt keine Probleme. Im Sprint wusste ich, dass ich auf Pieri achten musste. Aber ich bin schon viele Sechstagerennen gefahren und ich kann auf der Bahn fahren. In der letzten Kurve ist Ekimov angetreten und ich bin drangeblieben", sagte van Petegem, dem auch in der Weltcup-Wertung eine Vorentscheidung gelang. Der Lotto-Fahrer hat jetzt nach drei Rennen 200 Punkte auf dem Weltcup-Konto.


    Foto: Roth
    Peter van Petegem
    Geb. 18.Januar 1970 in Opbrakel (Bel); 1,77 m/72 kg
    Profi seit 1992
    Teams: PDM (1992), Lotto (1993), Trident (1994), TVM (1995-1999), Farm Frites (2000), Mercury (2001), Collstrop (Herbst 2001), Lotto (seit 2002)
    Größte Erfolge: Paris-Roubaix 2003, Flandern-Rundfahrt 1999 und 2003, Het Volk 1997, 1998 und 2002, Scheldepreis 1994, Trofeo Luis Puig 1996, Meisterschaft von Flandern 1997, E3-Preis 1999, GP Isbergues 2000 und 2001, Kuurne-Brüssel- Kuurne 2001, Drei Tage von De Panne 1999 und 2002 (+ 1 Etappe EZF), Etappensieger Dänemark-Rundfahrt 1996, Etappe Paris-Nizza 2001

    Bei Paris-Roubaix, wo es sehr auf Erfahrung ankommt, gehen die Siege üblicherweise an Herren weit jenseits der 30. Der am Sonntag zweitplatzierte Dario Pieri ist 27 Jahre alt
    und dürfte bei der "Königin der Klassiker" noch eine große Zukunft haben. "Das einzige, was ich mir heute vorwerfen kann ist der Sprint", meinte Pieri. "Ich habe mich übertölpeln lassen von Van Petegem. Er hat mich auf den oberen Teil der Bahn gedrängt." Pieri mag sich trösten: Auch sein toskanischer Landsmann Franco Ballerini war zunächst (1993) Zweiter, bevor er dann zwei Mal (1995 und 1998) den Sieg davontrug.

    Der Russe Ekimov ist 37 Jahre alt und hatte sich schon mal zur Ruhe gesetzt. Nach der Glanzleistung von Roubaix will er es sich vielleicht nochmal überlegen, ob er nicht doch noch eine Saison fährt. "Ich liebe Paris-Roubaix", sagte Armstrongs erfahrener Teamkollege. "Als ich Pieri mal hinter mir gelassen hatte, dachte ich, vielleicht ist dies mein Tag. Aber als wir ins Velodrom kanen, war ich nicht der Frischeste. Mir war klar, dass Van Petegem schneller ist als ich. Wenn man 37 Jahre alt ist, denkt man nicht allzu viel an sein Alter. Und solange ich noch so Rennen fahren kann, werde ich das auch nicht tun."

    Bahnsprint nach 261 Kilometern: "Ich habe Erfahrung aus Sixdays", sagte Van Petegem.
    Foto: Roth

    Bester Deutscher war der Westfale Rolf Aldag, der wie bereits 1997 Neunter wurde. "Unser Team hat heute das Rennen mitbestimmt. Zum Schluss ist es für mich auch ein bisschen unglücklich gelaufen.
    Zuschauer haben mir Bier ins Gesicht geschüttet, und ich konnte nichts mehr sehen. Danach hatte ich noch einen Vorderradschaden. Ein Podiumsplatz wäre super gewesen - aber c'est la vie", sagte Aldag. Der Telekom-Profi hatte 40 km vor dem Ziel aus einer Spitzengruppe heraus attackiert. Pieri folgte dem 34-jährigen Routinier auf der staubigen Piste. 20 km vor dem Ziel verließen Aldag die Kräfte. Kurz darauf schloss Ekimov zu Pieri auf, 15 km vor dem Ziel erhielten die beiden dann Gesellschaft von van Petegem.

    Team Telekom (am Anfang Hundertmarck, dann Aldag, Zabel und Nardello) prägte das Rennen am Sonntag mit und setzte ein sehr schönes Frühjahr fort, das am Mittwoch mit Andreas Kliers Sieg bei Gent-Wevelgem seinen vorläufigen Höhepunkt hatte. Erik Zabel fuhr am Sonntag auf Platz 15 und war




    Aldag, Wauters, van Petegem


    Zabel: "So macht Radsport Spaß"
    Fotos: Roth
    geradezu euphorisch: "Das war ein fantastisches Paris-Roubaix. So wie unser Team heute das Rennen gemacht hat, das war einfach super. So macht Radsport Spaß."

    Für Gerolsteiner ging dagegen am Sonntag gar nichts. Nach Stürzen schieden die nicht chancenlosen Michael Rich (Emmendingen) und Olaf Pollack (Cottbus) frühzeitig aus. Der Zeitfahr-Vize-Weltmeister Rich kam zwei Mal zu Fall, Pollack verletzte sich an der Stirn. «Das war geballtes Pech. 50 km vor dem Ziel hatten wir keinen Fahrer mehr im Rennen», sagte Gerolsteiner-Chef Hans-Michael Holczer. Auch die Hoffnungen beim Team Coast erfüllten sich nicht. Der Herforder Malte Urban war zwar ebenso wie Telekom-Profi Kai Hundertmarck in der ersten Ausreißergruppe dabei. Raphael Schweda, der sich einiges vorgenommen hatte, überquerte am Ende hinter Johan Museeuw die Ziellinie - auf Platz 34.

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    Paris-Roubaix: Übersicht



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