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22.Clasica San Sebastian
Laurent Jalabert holt erneut baskische Txapela
Astarloa wie in Hamburg wieder auf Platz zwei / Weltcup: Museeuw bleibt vorn


Foto: Roth

10.08.02 (rsn) - Der Franzose Laurent Jalabert (CSC) gewann am Samstag im Baskenland die "Clasica San Sebastian". Der 33-jährige Radveteran, der seine Karriere im Oktober nach der WM beenden will, holte zum zweiten Mal hintereinander die traditionelle "Txapela", die typische Baskenmütze, mit der der Sieger des spanischen Weltcup-Rennens geehrt wird. "Jaja" setzte sich am Ende des Rennens auf einem anspruchsvollen 227km langen Kurs im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe durch.

"Es zeigte sich heute wieder einmal, dass man Erfahrung braucht, um Klassiker zu gewinnen", sagte Jalabert nach seinem zweiten San Sebastian-Sieg. "Ich habe nach der Tour de France nicht entspannt, ich war bloß eine einzige Nacht zuhause. Druck hatte ich heute überhaupt keinen, ich hatte keine Angst, zu verlieren. Wenn man
Jalaberts zweite "Txapela" Foto: Roth
einmal gewonnen hat, ist der Druck weg. Heute morgen hatte ich kein gutes Gefühl, Regen mag ich nicht. Aber das Wetter wurde besser und ich hatte immer bessere Beine im Laufe des Rennens", meinte Sieger Jalabert und scherzte gut gelaunt mit Hinweis auf Plakate für das Rennen: "Ich bin ja schon auf den Fotos mit hochgereckten Armen. Das zeigt, wie perfekt das Rennen organisiert ist!"

Jalabert verwies im Sprint den Spanier Igor Astarloa (Saeco), der schon in Hamburg vor einer Woche den Sieg knapp verpasst hatte, auf Platz 2. Dritter wurde der Italiener Gabriele Missaglia (Lampre). Weltcup-Leader Johan Museeuw (Domo) kam mit 21 Minuten Rückstand ins Ziel und wurde wegen Überschreitung des Zeitlimits nicht gewertet. Der Roubaix- und Hamburg-Sieger verteidigte dennoch sein weißes Weltcup-Trikot. "San Sebastian liegt mir nicht. Ich habe schon vorher gesagt, es wird sehr schwer, hier Punkte zu holen. Und in Zürich wird es auch nicht besser. Paris-Tours im Oktober ist erst wieder mein Rennen. Bettini ist im Weltcup mein gefährlichster Rivale, nachdem er heute wieder gepunktet hat", sagte Museeuw.

Paolo Bettini (Mapei) konnte als Siebter Boden im Weltcup-Klassement gut machen auf Museeuw und rückte auch in der Weltrangliste weiter heran an Erik Zabel, der im Baskenland fehlte. Zabel wird aber auch am am Montag noch die Nummer 1 im UCI-Ranking sein, da Bettini gegenüber letztem Jahr (13.Platz in San Sebastian) nur 37 Zähler gutmachte. Zabels Vorsprung beträgt 47 Punkte.

Die deutschen Fahrer hatten mit dem Ausgang der "Clasica" erwartungsgemäß nichts zu tun. Telekom-Routinier Udo Bölts, 1996 Sieger im Baskenland, war an seinem 36. Geburtstag auf Rang 18 immer noch bester Deutscher. Das Geschehen bestimmten lange Zeit die beiden Spanier Juan Miguel Mercado und Constantino Zaballa, die sich bis zu zehn Minuten Vorsprung erarbeiten konnten. Am "Scharfrichter" des Rennens, dem 455 Meter hohen Jaizkibel im Hinterland der Biskaya-Küste 32 Kilometer vor dem Ziel holte das Feld die beiden jedoch ein.

Es bildete sich sofort eine neue Ausreißergruppe mit Jalabert, Astarloa, Missaglia, sowie dem Kasachen Andrei Kivilev (Cofidis) und dem Italiener Dario Frigo (Tacconi). Toursieger Lance Armstrong, der unter der Woche aus den USA nach Europa zurückkehrte (startet am Sonntag in Bochum) zeigte keinerlei Müdigkeit und nahm persönlich die Verfolgung auf, doch auch er kam nicht mehr heran. Zudem wurde sein Team US Postal durch einen Sturz von George Hincapie geschwächt. 10km vor dem Ziel hatte die Jalabert-Gruppe gut eine Minute Vorsprung aufs Peloton, in dem der Australier Cadel Evans (Mapei) für Bettini Tempo machte. Im Sprint der Fünfergruppe sah es zunächst nicht aus, als ob Jalabert gewinnen würde, doch wenige Meter vor Schluss trat der Mann aus Mazamet an und holte den größten Triumph seiner Abschiedssaison.

Seine Rücktrittsankündigung will Jalabert auch nach einem erneuten Weltcup-Sieg nicht überdenken. Jalabert: "Ich könnte heute einen guten Vertrag unterschreiben. Aber ich will aufhören, solange ich noch gewinnen kann. Soviele große Rennfahrer sind ein, zwei Saisons zulange gefahren und zuletzt nur noch anonym im Feld gefahren. Das will ich nicht."

Das nächste Weltcuprennen steht bereits am nächsten Sonntag mit der Meisterschaft von Zürich auf dem Programm. Die beiden letzten Wettbewerbe sind im Oktober der Sprinterklassiker Paris - Tours sowie die schwere Lombardei-Rundfahrt. "Zürich habe ich noch nie gewonnen", sagte Laurent Jalabert am Samstag mit breitem Grinsen...

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