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Tour de France |
20.Clasica San Sebastian Erik Dekkers Traum geht auch im Weltcup weiter Tchmil und Vainsteins auf Plätzen zwei und drei: Zabels Weltcupführung schmilzt
Der Traum geht weiter für Erik Dekker, den Puncheur im Trikot von Rabobank,
dem bei der Tour de France das Kunststück gelang, als Attackierer
drei Mal zu gewinnen in Villeneuve-sur-Lot, Revel und Lausanne.
Ein "Hattrick" ist normalerweise bei den
Rundfahrten Sprintern vorbehalten. Mit dem Schwung aus
der Tour schlug Dekker dem für die "Clasica" ungewöhnlich großen Feld, das in San Sebastian
die Zielgerade erreichte, ein Schnippchen, obwohl dies ja hinlänglich genug gewarnt
sein musste . Nach 230km gewann Dekker mit der Zeit von 5.16:01 Stunden
mit vier Sekunden Vorsprung vor dem Weltcupsieger des letzten Jahres, Andrej Tchmil,
der den Sprint der Verfolgergruppe vor Romans Vainsteins gewann.
Das tat Dekkers Team. Der Rest schien für den Attackierer
reine Routine: "An nichts denken" (Dekker) und auf den entscheidenden
Moment warten. 1.500 Meter vor Schluss sah der Gewinner der "Kämpferwertung"
der Tour de France diesen gekommen und er trat unwiderstehlich an.
Dekker kam es zugute, dass es Mapei wieder einmal - wie bereits bei Milan-San Remo
im März - nicht gelang, für Weltmeister Oscar Freire
den Sprint richtig vorzubereiten. Als Manuel Beltran vorn schwächelte,
nutzte Dekker die Gunst und weg war er...
Dekkers Antritt war von mehr Erfolg gekrönt als die Flucht von
Nico Mattan (Cofidis) zuvor. Der Belgier hatte an diesem düsteren Sommertag
im Baskenland, bei dem die meiste Zeit ein Sprühregen
herrschte, die einzige Flucht unternommen. Die schlechten Wetterbedingungen
hatten nicht nur Francesco Casagrande (Vini Caldirola), der die Clasica
in den beiden letzten Jahren gewann, etwas aus dem Tritt gebracht und
den Rennverlauf mitbestimmt. Am Jaizkibel, dem
5,74 Prozent steilen Berg, an dem normalerweise bei der "Clasica" die entscheidende
Selektion stattfindet, kam es diesmal nicht zur Vorentscheidung.
Eine Gruppe mit 53 Fahrern, soviel wie selten zuvor, erreichten
die Zielgerade, darunter Casagrande (22. Platz), Richard Virenque
(35.) und Michele Bartoli (47.).
Zabel: "Weltcup mehr wert als Olympiamedaille"
Erik Zabel war nicht in dem ersten Feld dabei
und der Träger des weißen Weltcup-Trikots erreichte
das Ziel mit rund vier Minuten Rückstand. "Ete" gewann
zwar den Sprint der zweiten Gruppe, bekam dafür aber
nicht einmal die sprichwörtliche Goldene Ananas.
So konnte Andrej Tchmil, der eigentlich nicht
mit Weltcup-Punkten in San Sebastian kalkuliert hatte,
seinen Rückstand auf Zabel im Weltcup-Gesamtklassement um
70 Zähler verkürzen. Der Telekom-Sprintstar führt jetzt
mit 330 Punkten vor Tchmil (206) und Vainsteins (188),
ein Vorsprung, der immer noch komfortabel, aber nicht uneinholbar ist.
Zabel muss bei den drei ausstehenden Weltcup-Rennen
Meisterschaft von Zürich (20.08.), Paris-Tours (8.10.)
und Lombardei-Rundfahrt (21.10.) noch sehr aufpassen, vor allem
auf Titelverteidiger Andrej Tchmil,
der im im letzten Jahr bei allen Weltcup-Rennen punktete.
"Mein Vorsprung ist groß, aber ich habe bisher niemals
daran gedacht, dass es schon entschieden ist", sagte Zabel.
"Ich bin noch auf der Hut vor Tchmil und Vainsteins.
Der Weltcup-Gesamtsieg ist für mich mehr wert
als das Podium bei den Olympischen Spielen.
Heute musste ich 2km vor dem Gipfel des Jaizkibel
abreißen lassen. Aber wenn meine Mannschaft etwas motivierter gewesen wäre,
denke ich, dass ich hätte vorn dranbleiben können."
Erik Dekker braucht nicht an den Weltcup zu denken, doch seine Saison,
die für ihn mit einem Ellbogenbruch bei Paris-Nizza bitter begann, ist
auch noch lange nicht vorbei. "Ich will meinen Job in diesem Jahr auch weiter
100 Prozent machen", so Dekker, der sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will,
sondern "meine Form konservieren für die Holland-Rundfahrt und
die Olympischen Spiele". Ist die Goldmedaille in Sydney drin?
Dekker vielsagend: "Wer weiß..." (kv)
Ergebnisse: Clasica San Sebastian |