25.07.03 (dpa) - Beim Zeitfahren steht die Aerodynamik zur
Debatte, auf Bergetappen das Gewicht des Rades. Deshalb sind die
speziellen Zeitfahr-Maschinen nicht leichter als die normalen
Straßenräder. «Jans Rad wiegt etwa neun Kilo und ist aus Carbon».
Mehr ist seinem Bruder Stefan, zu DDR-Zeiten Top-Leichtathlet bei
Empor Rostock, heute Mechaniker beim Team Bianchi, zum Thema nicht zu
entlocken.
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Ullrichs Dienstfahrzeug für den entscheidenden Kampf gegen die
Uhr, erst kurz vor dem Mannschaftszeitfahren in Frankreich
eingetroffen, wurde in Schaffhausen/Schweiz von Andreas Walser
gefertigt. Die Lackierung belegt natürlich die Bianchi-Provenienz.
Genauso wurde bei Telekom
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Foto: Roth
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verfahren. Zeitfahrräder der FES-Schmiede
aus Berlin firmieren unter dem Namen des Team-Ausrüsters Pinarello.
Gerolsteiner verfügt über die gleichen Spezial-Räder wie Ullrich.
«Der Hinterbau und das Tretlager sind schmaler», erklärte Teamchef
Hans-Michael Holczer den Hauptunterschied zum herkömmlichen
Straßenrad. Außerdem werden beim Zeitfahren je nach Windverhältnissen
aerodynamische Scheibenräder, je nach Terrain höhere Übersetzungen
und die einst von den Triathleten übernommenen Lenker montiert.
Die hatte 1989 der dreifache Toursieger Greg LeMond im
Straßenradsport hoffähig gemacht. Vielleicht auch dank dieser
technischen Neuheit gewann der Amerikaner das letzte Zeitfahren auf
die Champs Elysees und nahm dem Franzosen Laurent Fignon noch den
sicher geglaubten Toursieg um acht Sekunden ab. Geringer war nie ein
Vorsprung in 100 Jahren Tour de France.
Nicht nur die im Windkanal getestete optimale Körperhaltung und
Spezial-Fahrräder können im Zeitfahren Sekunden bringen. Lance
Armstrong wirkte mit an der Entwicklung eines speziellen Helms und an
einem von Leichtathleten und Schwimmern übernommenen Zeitfahr-Dress.
Der Sponsor Nike stellte einen einteiligen Rennanzug her, der am
besten in gebückter Rennhaltung sitzt. Aufrichten fällt schwer. Zum
normalen Outfit aus Trikot und Rennhose soll er auf 50 km bis zu 60
Sekunden Zeit-Ersparniss bringen.
Beim Zeitfahren nach Cap Découverte, das Armstrong gegen einen
entfesselten Ullrich mit 134 Minuten Rückstand verloren hatte, war
alle Raffinesse vergeblich. Am Oberschenkel war eine Naht geplatzt
und bot dem Wind Angriffspunkte.