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58.Spanien-Rundfahrt
Petacchi erhöht auf 6-4-2 - und denkt an die Berge


Foto: Roth

10.09.03 (rsn) - Der Italiener Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo) ist in dieser Saison der unumschränkte König der Sprinter. Der 29-jährige Ligurier, der bei allen drei großen Rundfahrten Etappentriumphe feierte, fügte seiner eindrucksvollen Saisonbilanz am Mittwoch den zweiten Vuelta-Etappensieg hinzu. Am Ende des fünften Teilstück setzte er sich nach 167 km in Saragossa im Massensprint durch vor dem Spanier Angel Edo. Telekom-Sprinter Erik Zabel war nur Vierter. Im Gesamtklassement gab es keine Veränderungen.

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  • Petacchi, der am Montag bereits das dritte Teilstück für sich entschied, geht nach seinem zweiten Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt als erster Rennfahrer in die Geschichte ein, dem in einer Saison bei allen drei großen Rundfahrten mindestens zwei Etappensiege gelangen. Der Mann aus La Spezia hatte beim Giro sechs Siege geholt und bei der Tour de France in der ersten Woche vier Mal die Nase vorn, bevor er wegen einer Viruserkrankung ausschied.


    Foto: Roth
    Alessandro Petacchi (Ita)
    geb. 3.Januar 1974 in La Spezia (Ligurien/Ita); 1,84m/75kg

    Profi seit 1996
    Teams: Scrigno (1996-1998), Navigare (1999), Fassa Bortolo (seit 2000)
    Palmares: Vier Etappen Tour de France 2003 (Meaux, Saint-Dizier, Nevers, Lyon), sechs Etappensiege Giro d'Italia 2003, fünf Etappen Spanien-Rundfahrt (2/2000, 1/2002, 2/2003), drei Etappen Paris-Nizza (2/2002, 1/2003), Lucca-Rundfahrt 2000 (Gesamt + 1 Etappe), zwei Etappen Luxemburg-Rundfahrt 2000, zwei Etappen Route du Sud 2000, zwei Etappen Regio Tour (1/2000, 1/2002), zwei Etappen Lombardische Woche 2001, Etappe Bicicletta Vasca 2001, vier Etappen Semana Coppi-Bartali (1/2001, 3/2002), Etappe Polen-Rundfahrt 2001, Etappe Mittelmeer-Rundfahrt 2002, vier Etappen Valencia-Rundfahrt (3/2002, 1/2003), Etappensieger Baskenland-Rundfahrt 2002, drei Etappen Aragon-Rundfahrt 2003, Trofeo Luis Puig 2003
    In der Vergangenheit schafften es nur zwei Rennfahrer, in einem Jahr bei Giro, Tour und Vuelta zu gewinnen. Der Spanier Miguel Poblet gewann 1956 vier Giro-Etappen, eine Tour- und drei Vuelta-Etappen. Der Italiener Pierino Baffi kam 1958 auf die Bilanz von einem Giro-, drei Tour- und zwei Vuelta-Etappen. In den letzten 45 Jahren war es keinem Rennfahrer mehr gelungen, bei allen Rundfahrten hintereinander zu triumphieren.

    Der Massensprint war bei der Flachetappe am Mitwoch vorprogrammiert. 18 Kilometer vor dem Ziel wurde eine vierköpfige Ausreißergruppe, die 140 km an der Spitze lag, gestellt. Zabels Telekom und Petacchis Fassa Bortolo organisierten die Verfolgung und ließen den Vorsprung der Atttackierer nie auf mehr als drei Minuten anwachsen.

    "Ich habe jetzt gezeigt, dass ich nicht bloß aus Glück gewinne", sagte Petacchi, als ob dies nach seinen 21 Saisonsiegen noch irgendjemand ernsthaft glauben könnte. Der sympathische Italiener, der bis zu diesem Jahr noch keinen einzigen Giro- und Tour-Etappensieg feiern konnte, ist längst aus dem Schatten der Sprint-Stars wie Cipollini und Zabel getreten. Bei der Vuelta möchte Petacchi, der beim Giro bei der letzten Dolomiten-Etappe mit 30 anderen Fahrern das Zeitlimit verpasste, nun zeigen, dass er auch eine große Rundfahrt beenden kann.



    Der Wind prägt das Geschehen... Fotos: Roth
    "Ich habe in den Bergen trainiert. Mein Ziel ist es, die Punktewertung in Madrid zu gewinnen. Ich will zeigen, dass ich auch leiden kann auf dem Rennrad", sagte Petacchi, der am Mittwoch die Führung in der Punktewertung übernahm, auf die auch Erik Zabel wieder ein Auge geworfen hat.

    Ab Donnerstag wird jedoch erst einmal wieder der Kampf um das Gelbe Trikot des Gesamtbesten im Mittelpunkt stehen. Die sechste Etappe ist ein Zeitfahren über 43,8km rund um Saragossa, dem sich am Wochenende dann drei Bergetappen anschließen. "Morgen wird es für alle ein Test, vor allem aber für mich", sagte Igor Gonzalez de Galdeano. Der Spanier. vor vier Jahren Gesamtzweiter hinter Jan Ullrich, hat die besten Chancen, mit einem Zeitfahr-Sieg seinem Teamkollegen Isidro Nozal die Gesamtführung wieder abzunehmen. Die anderen Mitfavoriten wie Oscar Sevilla (Kelme), der seit seinem Sturz am Montag leicht angeschlagen ist, sowie Aitor Gonzalez (Fassa Bortolo) und Bianchi-Kapitän Angel Casero, die an den ersten Bergen bereits Zeit verloren, werden ebenfalls ganz vorne sein müssen, wenn sie ihre Chancen auf eine Podiumsplatzierung bewahren wollen.

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