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58.Spanien-Rundfahrt
Zabels schlägt Petacchi: "Ein kleines Wunder"

15.09.03 (rsn) - Beharrlichkeit und Glauben an sich selbst zahlen sich doch manchmal aus im Sport: Erik Zabel (Telekom) gelang am Montag bei der zehnten Etappe der Spanien-Rundfahrt der kaum noch für möglich gehaltene Sieg gegen Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo). Im Massensprint nach 194km in Sabadell setzte sich Zabel gegen Italiens neuen Sprintstar durch. Dritter war Bianchi-Sprinter Fabrizio Guidi.

Spanien-Rundfahrt
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  • Zabel sorgte bei der wieder flacheren Etappe nach den schweren Pyrenäen-Etappen für eine kleine Überraschung auf der Zielgeraden. Der 33-jährige Berliner spielte auf den letzten 500 Metern seine gesamte Erfahrung aus und zeigte einmal mehr, dass man einen wie ihn niemals abschreiben darf.

    "Es war ein kleines Wunder heute, aber ich hatte den Vorteil, die Zielankunft von der Katalanischen Woche her zu kennen", sagte Zabel. "Ich habe die ganze Saison lang schon versucht, Petacchi zu schlagen. Ich bin happy, dass es jetzt geklappt hat." Dass seine Explosivität in den Sprints in den letzten Jahren gelitten hat, räumt Zabel ein. "Wenn man 33 Jahre alt ist, ist das normal. Aber ich genieße jeden Tag und ich liebe meinen Beruf nicht nur nach Siegen wie heute."




    Fotos: Roth
    Fassa Bortolo hatte während der Etappe für seinen Sprintstar gearbeitet, doch kontrollieren konnte die Mannschaft das Rennen am Ende nicht. Viele Kurven, kleine Anstiege und kleine Abfahrten machten das Finale unübersichtlich. Petacchis Team musste auf den letzten drei Kilometern enorm ackern, um Ausreißer wie den unermüdlichen Luis Perez (Cofidis) und den baskischen Klassikerspezialisten Igor Astarloa (Saeco) zu stellen und eine Massensprintankunft sicherzustellen. Auf der Zielgeraden musste Fassa Bortolo die Arbeit zuvor bezahlen. Auf den letzten 500 Metern war Petacchi auf sich allein gestellt.

    Zabel orientierte sich an des Italieners Hinterrad und ging kurz vor der Ziellinie noch an ihm vorbei. Die Berge hatten Petacchi, der in dieser Saison auf 21 Siege, darunter 12 (!) Etappensiege bei großen Rundfahrten kommt, offensichtlich mehr zugesetzt als Zabel, der von den Sprintspezialisten seit Jahren am wenigsten Probleme hat mit hohen Bergen. Petacchi konnte sich am Montag für seine Niederlage trösten mit dem Punkte-Trikot, das Zabel im letzten Jahr gewann.

    In der Gesamtwertung gab es bei der zehnten Etappe keine Veränderungen. Die Favoriten blieben beieinander und beendeten das Rennen im Hauptfeld. "Es war eine sehr anstrengende Etappe heute. Man dachte, man könne sich etwas erholen nach den Bergen, aber es war sehr schnell heute und die letzten Kilometer waren sehr nervös und kamen mir endlos vor", sagte Igor Gonzalez de Galdeano, der Gesamtzweiter ist hinter seinem Teamkollegen Isidro Nozal, der Überraschung der Vuelta Gonzalez de Galdeano sagte über die Rollenverteilung bei ONCE: "Isidro hatte vor dem Rennen keine Referenzen, was Ergebnisse angeht, daher war ich Leader. Aber die Situation im Rennen ist nun so, dass wir zwei Leaders haben. Das ist gut für ONCE. Wir sind nach den Pyrenäen in einer idealen Position."

    Die Rennfahrer fuhren am Montag nach der Etappe zunächst 360km im Bus Richtung Valencia, wo am Dienstag der erste Ruhetag auf dem Programm steht. Die elfte Etappe führt dann am Mittwoch von Utiel nach Cuenca (162 km). Das Teilstück ist für die Favoriten gefährlich. Welliges Profil und starker Wind vom nahen Mittelmeer könnten den Fahrern zum Verhängnis werden. Wer hier einmal reißen lassen muss, kommt kaum wieder zurück.

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