58.Spanien-Rundfahrt
Petacchi: "...und plötzlich war Dario weg"
Fotos: Roth
18.09.03 (rsn) - Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo)
gewann am Donnerstag die 12.Etappe der Spanien-Rundfahrt über
168,8 km zwischen Cuenca und Albacete.
Der Italiener revanchierte sich für
die Niederlage am Montag und verwies in
einer knappen Massensprintentscheidung
Erik Zabel (Telekom) wieder auf Platz 2.
Im Gesamtklassement verteidigte
der Spanier Isidro Nozal (Once) die Führung,
während in der windigen La Mancha
die Chancen einiger Podiumskandidaten verwehten.
Zabel, der sich am Vortag im
Sprint einer Gruppe durchgesetzt hatte,
in der Petacchi fehlte, verpasste den "Hattrick" bei
der 58. Vuelta knapp.
Der Berliner konnte
sich trösten mit
der Verteidigung des Punktetrikots.
Zentimeter
trennten Zabel vom erneuten Sieg
über Petacchi, der
die Sprints bei Giro, Tour de France
und Vuelta in diesem Jahr beherrscht.
Sechs Mal gewann der
29-jährige Ligurier
bei der Italien-Rundfahrt, vier mal
in Frankreich und nun
drei Mal in Spanien.
Noch nie gelang es einem
Rennfahrer, in einem Jahr bei
allen drei großen Rundfahrten
mindestens drei Siege zu holen.
Seit 1958 gab es keinen, dem
bei allen drei Rundfahrten
überhaupt "nur" ein Sieg gelang.
Trotz Petacchis Triumph
war es kein guter Tag für
seine Fassa Bortolo-Mannschaft.
In der La Mancha, wo stets ein
heftiger Wind weht, glaubten
einige, gegen Windmühlen zu kämpfen wie
der tapfere Ritter Don Quichotte aus dem Roman von Cervantes.
Erwartungsgemäß gab es viele
Windkanten und das Feld zerriß
auf den langgezogenen Straßen.
40km vor dem Ziel saßen plötzlich
auch die Fassa-Profis Dario Frigo und
Aitor Gonzalez, vor der Etappe Vierter
bzw. Achter im Gesamtklassement,
in der Falle.

WINDKANTEN IN DER LA MANCHA Foto: Roth
"Es war total merkwürdig.
Im einen Moment schaue ich mich um
und Dario ist an meinem Hinterrad.
Und Sekunden später
schaue ich wieder über meine Schulter
und Dario war weg.
Zwei Fahrer waren nur noch hinter
mir", beschrieb Petacchi
die Situation.
Der Sprinter des Teams musste
fortan allein zurecht kommen.
Alle Fassa Bortolo-Profis
ließen sich zurückfallen,
um für Gonzalez und Frigo
im zweiten Feld zu retten,
was zu retten war.
"Guter Tag für ONCE"
Vorne dagegen nutzten die Kapitäne von ONCE
(mit Nozal und Gonzalez de Galdeano)
und US Postal (Heras und Beltran)
die Gunst der Stunde und
ließen ihre Helfer Tempo machen,
um der zweiten Gruppe, in der auch der
Gesamtsiebte, der junge Spanier
Alejandro Valverde (Kelme),
dabei war, soviel Zeit abzunehmen wie möglich.
Im Ziel trennten Nozal und Co.
1:09 Minuten von der Gruppe
um Frigo. Der rutschte
vom vierten auf
den siebten Gesamtrang ab.
"Ich habe mich nicht
sehr gut gefühlt
und wenn man meine Form berücksichtigt
ist die eine Minute eigentlich
nicht viel", versuchte der bedrückte Dario Frigo
eine positive SIcht der Dinge.
Nozal war dagegen zufrieden:
"Wir wussten, dass es heute
sehr gefährlich wird und
so wurde es. Igor und ich haben sehr
aufgepasst und es war am Ende
wieder ein guter Tag für ONCE.
Gestern haben wir Beltran Zeit abgenommen,
heute Frigo und Aitor."
Am Freitag folgt die Stunde der Wahrheit
der 58.Vuelta und
für die starken ONCE-Rouleurs
Nozal und Gonzalez de Galdeano
(2./+1:48 Min)
die Gelegenheit, sich
weiter absetzen von den
jetzt dritt- und viertplatzierten
US Postal-Kletterern
Beltran (+3:03) und
Roberto Heras (+3:28).
Das 13.Teilstück bildet
ein 53,3km langes Zeitfahren
rund um Albacete.
Das Profil ist flach,
doch wie man am Donnerstag wieder einmal
gesehen hat, spielt der Wind
in der La Mancha
eine entscheidende Rolle.
Diesen Artikel versenden
Ergebnisse, Etappen, Starter, Palmares
Übersicht: Spanien-Rundfahrt
|