25.09.03 (rsn) - Der Spanier Pedro Diaz Lobato
vom GS-II-Team Paternina
gewann am Donnerstag als Solist die 18.Etappe
der Spanien-Rundfahrt über 143,8
rund um Las Rozas bei Madrid.
Im Gesamtklassement verteidigte Isidro Nozal (ONCE)
seine Führung. Der Träger des Gelben Trikots
beendete die Etappe im Hauptfeld,
dessen Sprint Erik Zabel (Telekom) für sich entschied.
Der Berliner baute damit die Führung
in der Punktewertung aus.
Diaz Lobato beendete die Etappe mit 44 Sekunden Vorsprung
vor einer ersten Verfolgergruppe,
deren Spurt der Spanier
Constantino Zaballa gewann
vor seinem Landsmann José Luis Arrieta
und dem Leipziger
Raphael Schweda vom Bianchi-Team.
Zabel führte das große Feld
mit 58 Sekunden Rückstand
über die Ziellinie.
"Dies ist einer der schönsten Tage meines Lebens",
freute sich Diaz Lobato,
der in den letzten drei Etappen bereits
sein Glück versucht hatte und
an der Bergankunft
an der Sierra Nevada
am Dienstag fünf
Kilometer vor Schluss
noch abgefangen wurde.
Lobato:
"Ich bin ein bescheidener
Fahrer, aber ich zeige mich.
Ich habe seit mehreren Tagen versucht,
einen Etappensieg zu holen
und ich dachte bereits, es würde nicht mehr klappten.
Diesen Sieg widme ich
meinem Vater und meiner Freundin
Olivia, die mir ein Amulett geschenkt hat,
das mir Glück brachte.
Ich bin sehr glücklich, zumal
ich nicht weit von meinem
Heimatort gewonnen habe."
Constantino Zaballa ist es peinlich
Pedro Diaz Lobato,
der in seiner Karriere
schon zehn mal das Team wechselte,
ist 30 Jahre
alt und stammt aus der Gegend von
Madrid. Der Sieg in Las Rozas, einem
Vorort der spanischen Hauptstadt,
war der größte seiner
Karriere und für seinen kleinen Paternina-Rennstall der
größte dieser Saison.
20 Kilometer nach dem Start hatte sich
der spätere Tagessieger
zusammen mit 14 Fahrern,
darunter der Wittenberger Bert Grabsch
vom Phonak-Team, abgesetzt.
An einem nicht kategorisierten Anstieg 40km vor dem Ziel
zerriß die Spitzengruppe.
Fünf Mann blieben
vorne übrig. 20km
vor Schluss konterte
Diaz Lobato eine Attacke
des Spaniers Joan Horrach,
während der Rest der Gruppe
zögerte.
Lobato, der am Ende alles geben musste,
profitierte davon,
dass die Verfolger überhaupt nicht einig waren
und andere von hinten
aufschließen konnten.
Constantino Zaballa
war von allem so verwirrt,
dass er schließlich über seinen zweiten Platz
jubelte, weil er sich für den Sieger hielt.
"Mein Ohrhörer
(des Funkgeräts) war kaputt und
als ich von hinten zurück kam hat mir
niemand gesagt,
dass Diaz Lobato vorne ist.
Das war ein Anfängerfehler",
meinte Zaballa, dem die
Sache arg peinlich war.
Am Freitag folgt die 19.Etappe
zwischen Vega de Alcobendas und Collado de Villalba (164 km).
Zwei Berge der dritten Kategorie
und zwei Berge der ersten Kategorie
stehen im Profil.
Im Finale ist eine gefährlich
steilte Abfahrt zu absolvieren.
Für Kletterspezialisten Roberto Heras
(US Postal) ist es die letzte Gelegenheit,
seinen Rückstand von
3:09 Minuten auf Gesamtleader Nozal zu
verringern. Dessen überraschender
Gesamtsieg dürfte wohl nicht mehr
in Gefahr geraten,
doch Heras
hat nur sechs Sekunden Rückstand
auf den zweitplatzierten
Igor Gonzalez de Galdeano.