26.09.03 (rsn) - Bei der Spanien-Rundfahrt
ist es am Freitag zu einem Eklat gekommen.
Manolo Saiz, Teamchef des
spanischen ONCE-Rennstalls
von Gesamtleader Isidro Nozal,
wurde am Abend wegen
"eines Verhaltens, das ernsthaft
dem Radsport im allgemeinen und der Vuelta
im besonderen zuwiderläuft"
von Jury-Chef Jean-Michel Voets
nach zweistündiger Beratung
der Rennkomissare von der Rundfahrt ausgeschlossen.
Während der 19.Etappe am Freitag
zwischen Alcobendas und Colaldo
Villalba war der für sein Temperament gefürchtete
Manolo Saiz völlig ausgerastet.
Mehrmals versuchte er
sich quasi gewaltsam im Teamfahrzeug
Platz zu verschaffen um
zur Spitze vorzufahren,
obwohl dies die Rennkomissare untersagten.
Damit nicht genug: Saiz blockierte
ein Fernsehmotorrad und beschimpfte
den Motorradfahrer mit beleidigenden Worten.
Saiz glaubte, die TV-Motos
würden US Postal-Kapitän
Roberto Heras bewußt bevorteilen,
indem sie ihm Windschatten
boten.
Heras hatte zu diesem Zeitpunkt
gerade attackiert und
ONCE-Profi Isidro Nozal
war in großen Schwierigkeiten
und schien auf bestem Wege, die Vuelta doch noch
zu verlieren.
Am Ende rettete Nozal seine Gesamtführung
und begrenzte den Zeitverlust gegenüber seinem Rivalen Roberto Heras,
der nur 1:14 Minuten gutmachen konnte und nun Gesamtzweiter ist mit
immer noch knapp zwei Minuten Rückstand.
"Die Angelegenheit schien uns
sehr ernst. Die ganze Welt sah und vor allem hörte
die Bemerkungen, Beleidigungen
übers Fernsehen.
Wir haben Manolo Saiz per Telefon
angehört und danach entschieden,
ihn vom Rennen auszuschließen aufgrund
eines Artikels im UCI-Reglement",
erklärte Jury-Chef Voets.
Saiz muss 800 Schweizer Franken Strafe zahlen
und die Angelegenheit
wird auch noch die UCI-Disziplinarkommission beschäftigen.
Die kann in einem solchen Fall eine dreimonatige Sperre aussprechen.
Beide ONCE-Teamfahrzeuge können
im Rennen bleiben, da der Teamchef
persönlich für den Eklat verantwortlich sei,
entschied die Jury.
Doch Saiz wird am Samstag beim alles entscheidenden Zeitfahren
der vorletzten Etappe seinem Rennfahrer
Isidro Nozal nicht zur Seite
stehen können.
Der Eklat hätte
für ONCE und Saiz kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt
kommen können.
Der spanische Top-Rennstall verliert
am Saisonende seinen langjährigen Hauptsponsor und
ist auf der Suche nach einem neuen Finanzier.
Das Bild, das ONCE
und saiz am Freitag vor Millionen-TV-Publikum zeigten,
ist sicherlich nicht förderlich bei
der Sponsorsuche.
Die hervorragenden sportlichen Resultate
von ONCE, das
Einzel- und Teamwertung anführt
und vier Etappen gewann,
werden so durch eigene
Schuld in den Hintergrund
gedrängt.