Spanien-Rundfahrt
58. Vuelta innerspanische Angelegenheit
04.09.03 (rsn) - Die drei Erstplatzierten der Tour de France
sind nicht am Start, der Giro-Gewinner aus Italien fehlt ebenso: Die
58. Vuelta, die am Samstag in Gijon beginnt und nach 3295 Kilometern
drei Wochen später in Madrid endet, verspricht mehr denn je, zur
innerspanischen Angelegenheit zu werden. Armstrong-Helfer Roberto
Heras, Vorjahres-Gewinner Aitor Gonzalez, der nach langer Verletzung
rekonvaleszente Oscar Sevilla und vielleicht sogar Jan Ullrichs Team-
Kollege Luis-Angel Casero oder Francisco Mancebo gelten als
aussichtsreichste Kandidaten für das Gelbe Trikot.
Das violette Trikot des Punktbesten strebt wie im Vorjahr Erik
Zabel (Unna) an. Allerdings würde er einen solchen Erfolg, der ihm in
Frankreich bei der Tour versagt blieb, gerne mit einem Etappensieg
spicken. 2002 gelang ihm das nicht. Die Chancen stehen nicht
schlecht, obwohl auch der vierfache Tour-Etappensieger Alessandro
Petacchi am Start sein wird - und nach langem Hin und Her wohl auch
Mario Cipollini. Der Weltmeister wollte erst gar nicht kommen, aber
heftige Interventionen des Veranstalters gegen sein Team Domina
Vacanze haben ihn wohl doch zum Umdenken bewogen. Letzte Gewissheit
gibt es erst zum Vuelta-Auftakt, dem 30-km-Mannschaftszeitfahren.
Der Zeitpunkt und ein Etappenplan mit einer guten Mischung - neun
Flach-Passagen, sechs Kletterpartien, vier Zeitfahren - sorgen dafür,
dass die Vuelta als ideale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften
vom 6. bis 12. Oktober in Hamilton/Kanada gilt. «Erik fährt da mit
großen Hoffnungen hin. Der Kurs ist etwa so wie vor zwei Jahren in
Lissabon einzuschätzen, und da wurde er ohne große Ambitionen
Fünfter. Er hat sich im August geschont und spekuliert hier in
Spanien jetzt zunächst auf einen Etappensieg», sagte Telekom-Teamchef
Mario Kummer, der mit seinem neunköpfigen Aufgebot die gleiche
Strategie wie bei der Tour verfolgt: Überall Störenfried sein.
Jan Ullrich, Vuelta-Sieger von 1999, hat bekanntlich sowohl seine
Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt als auch an der WM abgesagt. Seine
Highlights im September sind ein Rennen am 21. in Wangen/Allgäu und
ein Besuch bei der Formel 1 am 14. in Monza. Davor will er endlich
seinen Vertrag bei Bianchi unterzeichnet haben. Zur WM steht bei dem
Olympiasieger Urlaub mit Frau und Kind auf dem Programm.
Neben Zabel sind vor allem der nach vielen Verletzungen im
Wiederaufbau befindliche Cadel Evans (Australien) und der
hoffnungsvolle Torsten Hiekmann (Berlin) die weiteren Telekom-Trümpfe
in Spanien. Auf allen Ebenen wird es hoch her gehen - dafür sorgt
schon die angespannte Marktlage für spanische Radprofis. «iBanesto
und Once hören zum Saisonende auf, da werden sich viele Fahrer
besonders empfehlen wollen», vermutete Telekom-Manager Walter
Godefroot, der allerdings keine Einstellungen mehr plant: «Wir sind
mit 21 Fahrern für 2004 komplett.»
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