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Spanische Profis dominieren Vuelta a España - Letzte Etappe an Markus Zberg

27.09.98 - Drei spanische Fahnen wehten am Sonntag auf dem Paseo Castellana in Madrid zu Ehren der besten drei Rennfahrer der diesjährigen Spanienrundfahrt. Mit dem Gesamtsieger Abraham Olano (Banesto), dem Zweiten Fernando Escartin (Kelme) und
dem Dritten Jose Maria Jimenez (Banesto) war das gesamte Podium in der Hand einheimischer Radprofis. Die letzte Etappe, bei der es erwartungsgemäß keine Veränderungen im Gesamtklassement mehr gegeben hatte, gewann der Schweizer Markus Zberg (Post Swiss), für den sich so der Kreis schloß: Zberg hatte bereits die erste Etappe vor drei Wochen gewonnen.

Mit seinem ersten Sieg bei einer großen Rundfahrt beendete der 28jährige Abraham Olano, der Weltmeister von 1995, eine fast zweijährige Durststrecke, in der der Baske immer wieder von Stürzen und Verletzungen geplagt und zurückgeworfen worden war. So mußte Olano, der von seinen Landsleuten stets mit dem großen Miguel Indurain verglichen wird, seit seinem WM-Titel von Kolumbien auf einen großen Abraham Olano

Geboren am 22.01.1970 in Anoeta (Guipuzcoa/Baskenland)

Verheiratet, 1 Kind

  • Profi seit 1992
    Teams: Lotus-CHCS (1992), Clas Cajastur (1993), Mapei (1994-96), Banesto (seit 1997)

  • Größte Erfolge:
    Weltmeister 1995 (Kolumbien), Tour de Romandie 1996, Vuelta 1998
  • Erfolg warten. Doch bei der Vuelta 98 zeigte er sich als der dominierende Mann: Bei zwei Drittel der Rundfahrt trug er das Gelbe Trikot, das er sich mit einem grandiosen Zeitfahren auf Mallorca geholt hatte. Sieht man von dem "taktischen Unfall" bei der 20. Etappe ab, als sein Teamkollege Jimenez kurzfristig in Gelb geschlüpft war, so gab Olano das Trikot des Gesamtbesten nicht mehr ab.

    Vuelta 1998:

    
           Etappensieger         Gelbes Trikot
     1.Et. M. Zberg (Post Swiss) M. Zberg
     2.Et. Blijlevens (TVM)      M. Zberg
     3.Et. Kirsipuu (Casino)     Jalabert
     4.Et. Guidi (Polti)         Guidi (Polti)
     5.Et. Blijlevens            Guidi
     6.Et. Jimenez (Banesto)     Jimenez
     7.Et. G. Lombardi (Telekom) Jimenez
     8.Et. Guidi                 Jimenez
     9.Et. Olano (Banesto)       Olano
    10.Et. Jimenez               Olano
    11.Et. Jimenez               Olano
    12.Et. Bugno (Mapei)         Olano
    13.Et. Zintchenko (Vitalicio)Olano
    14.Et. Wust (Festina)         Olano
    15.Et. Zintchenko              Olano
    16.Et. Jimenez                  Olano
    17.Et. Wust                      Olano
    18.Et. Guidi                      Olano
    18.Et. Heras (Kelme)         Olano
    20.Et. Zintchenko            Jimenez
    21.Et. Zulle (Festina)       Olano
    22.Et. M. Zberg (Post Swiss) Olano
    
    Zweiter hinter Olano wurde Fernando Escartin. Der Kletterspezialist vom Kelme-Team fuhr zwar in den Bergen zahlreiche Attacken, konnte aber dennoch gegenüber der Banesto-Phalanx nicht bestehen. Escartin wurde so einmal mehr seinem Ruf als "ewiger Zweiter" gerecht.

    Die Überlegenheit der Banesto-Mannschaft wird dadurch belegt, daß das Team neben dem Gesamtsieg durch Olano mit Jose Maria Jimenez den Gesamtdritten in ihren Reihen hat. Zudem gewann der Bergspezialist Jimenez vier Etappen. "Es ist ein formidables Team", schwärmte Abraham Olano über seine Mannschaft. "Die Fahrer sind noch sehr jung und ich denke, wir können in den nächsten Jahren noch große Dinge tun."

    Die Mannschaft, die die Spanienrundfahrt in den beiden vergangenen Jahren ähnlich dominiert hatte, spielte dieses Mal eine untergeordnete Rolle: Für ONCE, das nach dem Weggang von Alex Zülle, dem Vueltasieger von 1996 und 1997, nunmehr ganz auf ihren Kapitän Laurent Jalabert ausgerichtet war, muß die Vuelta 98 als Mißerfolg gelten. Jalabert hatte stark begonnen in den ersten beiden Vuelta-Wochen, konnte dann zum Schluß jedoch nichts mehr zusetzen. Für den Vueltasieger von 1995 ist ein 5. Platz der Gesamtwertung eine Enttäuschung.

    Einen Platz besser, auf Rang vier, beendete der Amerikaner Lance Armstrong (US Postal) die Spanienrundfahrt. Für Armstrong, für den die Vuelta der erste große Wettkampf seit seiner Rückkehr nach seiner überstandenen Krebserkrankung war, ist sein Abschneiden geradezu sensationell. Der Ex-Weltmeister muß als der moralische Sieger der Rundfahrt gelten.

    Die letzte Etappe der Vuelta a España 1998 gewann der Schweizer Markus Zberg (Post Swiss) auf der Madrider Paseo Castellana, die von der Bedeutung für einen Sprinter einem Sieg auf den Champs Elysees bei der letzten Touretappe nahekommt. Zberg setzte sich im Sprint durch gegen den Niederländer Max Van Heeswijk (Rabobank) und den Italiener Giancarlo Raimondi (Brescialat) und wiederholte seinen Triumph bei der ersten Etappe in Cordoba, als der Schweizer, der im kommenden jahr für den Rabobank-Rennstall fahren wird, auch für kurze Zeit das Gelbe Trikot tragen konnte.

    Bevor es in Madrid zum Massensprint gekommen war, hatten an der Stadtgrenze der spanischen Hauptstadt drei Rennfahrer versucht, das Ziel mit einer Flucht als erste zu erreichen. Jose Ramon Uriarte (Festina), Santi Blanco (Vitalicio) und Salvatore Commesso (Saeco) konnten sich auf dem Stadtkurs um den Paseo Castellana, vorbei u.a. auch am berühmten Santiago-Bernabeu-Stadion, jedoch nicht entscheidend vom Feld absetzen. Der Venezuelaner baskischer Abstammung Unai Etxebarria (Euskadi), der bei allen Flachetappen stets sehr offensiv gefahren war, versuchte in der Schlußphase auch noch einmal sein Glück, kam jedoch nicht durch und die letzte Tagesentscheidung fiel im Massensprint des Hauptfeldes.



    Ergebnisse 22. Etappe

    Übersicht: Vuelta a España








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